Auf dem Erbe von Justus Liebig aufbauend — der zwischen 1824 und 1852 die Grundlagen der organischen Chemie, Agrikulturchemie und Lebensmittelwissenschaften in Gießen legte — ist der Fachbereich 08 - Biologie und Chemie an der JLU Gießen eine der interdisziplinärsten Einheiten der Universität. Die Forschung reicht von Epigenetik und RNA-Biologie bis zu elektrochemischer Energiespeicherung und nanostrukturierten Materialien und wird durch DFG SFB/Transregio, Emmy-Noether- und European-Research-Council-Zuschüsse unterstützt. Einzigartige Programme wie das PreProChem-Schnelltrack zur Promotion und das englischsprachige M.Sc. Sustainable Chemistry machen den Fachbereich zu einem Ziel für ehrgeizige Studierende aus ganz Europa und darüber hinaus.
Der Fachbereich bietet ein vollständiges Spektrum von Abschlüssen in Biologie, Chemie, Lebensmittelchemie und Materialwissenschaften:
Bachelor-Studiengänge (B.Sc., 6 Semester Regelstudienzeit):
- B.Sc. Biologie
- B.Sc. Chemie
- B.Sc. Lebensmittelchemie
- B.Sc. Advanced Materials
Master-Studiengänge (M.Sc.):
- M.Sc. Biologie
- M.Sc. Chemie
- M.Sc. Lebensmittelchemie
- M.Sc. Advanced Materials (englischsprachige Option verfügbar)
- M.Sc. Sustainable Chemistry (englischsprachig, Start Winter 2024/25)
- M.Sc. Bioinformatik und Systembiologie (gemeinsam mit Technischer Hochschule Mittelhessen, THM)
- M.Sc. Global Change: Ecosystem Science and Policy (englischsprachig, gemeinsam mit University College Dublin, UCD)
Alternativ werden auch lehramtsorientierte Studienpfade für angehende Biologielehrkräfte und Chemielehrer an weiterführenden Schulen (L2, L3, L5) angeboten. Das exklusive PreProChem-Programm ermöglicht es hochleistungsstarken Studierenden des Chemistry Bachelor's, direkt in Promotionsforschung überzugehen — ohne separaten Masterstudiengang.
Ein Studium hier bedeutet, einem Fachbereich beizutreten, der von einer der großen Reformpersönlichkeiten der Wissenschaft — Justus Liebig — geprägt wurde, und heute von dieser lebendigen Forschungstradition zu profitieren.
Biologieforschung ist um drei Säulen organisiert: Regulation der Genexpression (Epigenetik, Transkription, RNA-Biologie, Signaltransduktion), Biodiversitätsverlust und die Auswirkungen des globalen Wandels auf Ökosystemdienstleistungen und UN-Nachhaltigkeitsziele, sowie Metagenomik mikrobieller Gemeinschaften mit kulturfreier bioinformatischer Analyse großer Sequenzierungsdatensätze. Förderungsbeispiele sind ERC-Zuschüsse in der Genexpression, DFG-Emmy-Noether-Fellowships, ein DFG-SFB/Transregio-Projekt zu Chromatininteraktionen und eine BMBF-finanzierte High-Performance-Computing-Infrastruktur.
Chemieforschung konzentriert sich auf organische Katalyse, nanostrukturierte Materialien, analytische Methoden für Lebensmittel- und Materialwissenschaften, elektrochemische Konzepte sowie neue Batteriewerkstoffe und -komponenten. Weitere aktive Forschungsbereiche sind Enzymneuentdeckung, biotechnologische Herstellung natürlicher Aromen und bioaktiver Stoffe, Computerchemie und Datenwissenschaft. Kooperativprojekte umfassen nachhaltige Materialentwicklung, elektrochemische Energiespeicherung und Lebensmittelbiotechnologie.
Schlüsselinstitute und -zentren:
- Institut für Anorganische und Analytische Chemie
- Institut für Organische Chemie
- Physikalisch-Chemisches Institut
- Institut für Lebensmittelchemie und Lebensmittelbiotechnologie
- Zentrum für Materialforschung (ZfM/LaMa) — gemeinsames interdisziplinäres Zentrum von Chemie und Physik
- Interdisziplinäres Forschungszentrum
Internationale Forschungskooperationen umfassen das DAAD-Exzellenzzentrum für Meereswissenschaften "CEMarin" (deutsch-kolumbianisch) und die German-Israeli Battery School.
Der Fachbereich rekrutiert aktiv internationale Studierende durch dedicated englischsprachige Master-Programme:
- M.Sc. Sustainable Chemistry (vollständig englischsprachig, Start Winter 2024/25) — behandelt Ressourceneffizienz, Energieoptimierung und grünes Chemie-Design.
- M.Sc. Global Change: Ecosystem Science and Policy (vollständig englischsprachig) — gemeinsam mit University College Dublin (UCD) angeboten und verbindet Ökosystemwissenschaften mit Umweltpolitik.
- M.Sc. Advanced Materials — jetzt vollständig in englischer Sprache verfügbar, mit Fokus auf funktionale Materialien für Energie, Mobilität und medizinische Anwendungen.
Für M.Sc. Chemie und M.Sc. Advanced Materials bieten Double-Degree-Vereinbarungen mit Universitäten in Italien und Japan internationalen Studierenden einen Weg zu zwei national anerkannten Abschlüssen. Die Promotioutsbildung des Fachbereichs hat auch eine explizit internationale Dimension, wie das DAAD-finanzierte CEMarin-Exzellenzzentrum und die German-Israeli Battery School zeigen.
Die meisten Institute des Fachbereichs befinden sich auf dem Campus Natur- und Lebenswissenschaften am Heinrich-Buff-Ring in Gießen, während sich eine kleine Anzahl von Instituten im zentralen Universitätsbereich befindet. Die Chemiegebäude am Heinrich-Buff-Ring 17 und 19 können über einen dedizierten 360°-Virtualtour auf der Website des Fachbereichs erkundet werden.
Gießen ist eine kompakte Universitätsstadt in Zentralhessen, etwa 60 km nördlich von Frankfurt am Main. Der Flughafen Frankfurt (FRA) — einer der größten internationalen Hubs Europas — ist in weniger als einer Stunde mit der Regionalbahn erreichbar, was Gießen für internationale Ankünfte sehr zugänglich macht.
Zu den Campus-Ressourcen gehören der Botanische Garten der Universität, studentische Chemie- und Biologielaboratorien, die Hermann-Hoffmann-Akademie für junge Forscher und enge institutionelle Bindungen mit dem historischen Liebig-Museum in der Innenstadt von Gießen.
Adresse: Heinrich-Buff-Ring 17 und 19, Gießen
Absolventinnen und Absolventen dieses Fachbereichs treten in ein breites Spektrum von wissenschaftsgetriebenen Industrien und Forschungskarrieren ein, geprägt durch die duale Stärke des Fachbereichs in Grundlagen- und angewandter Forschung.
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