Ein Staatsexamensstudiengang mit einem zweiphasigen Curriculum – von den Grundlagen der Chemie und Naturwissenschaften bis hin zu vertiefender Lebensmittelanalytik, Toxikologie und Lebensmittelrecht – mit Wahlpflichtbereichen in Umweltanalytik, Lebensmitteltechnologie, Ernährungswissenschaft, Biotechnologie und Agrarwissenschaften. Das Programm ist in der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn verankert und bietet Studierenden direkten Zugang zu interdisziplinärer Expertise entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette.
Das Studium der Lebensmittelchemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn führt zum Ersten Staatsexamen – der bundesweit anerkannten Berufsqualifikation für Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in Deutschland. Der Studiengang gliedert sich in zwei klar definierte Phasen.
Die **Grundstudiumsphase** (1.–4. Semester) legt eine fundierte naturwissenschaftliche Basis in Allgemeiner, Anorganischer, Analytischer, Organischer und Physikalischer Chemie sowie in Mathematik, Physik, Biologie, Lebensmittelkunde und einer Einführung in Recht und Toxikologie. Diese Phase stellt sicher, dass alle Studierenden über eine gemeinsame quantitativ-naturwissenschaftliche und laborpraktische Grundlage verfügen, bevor sie in das Fachstudium eintreten.
Die **Vertiefungsphase** (5.–9. Semester) führt in die angewandten Kernbereiche des Fachs ein. Die Studierenden befassen sich schrittweise mit der Biochemie der Ernährung, lebensmittelchemischen Grundlagen, mehrstufiger Lebensmittelanalytik (einschließlich Kopplungsmethoden und Futtermittelanalytik), Lebensmittelmikrobiologie und -hygiene, prozessorientierter Lebensmitteltechnologie, Umweltanalytik und Toxikologie, Kosmetika und Reinigungsmitteln, Bedarfsgegenständen, Lebensmittelzusatzstoffen, Lebensmittelrecht sowie der Chemie und Mikroskopie von Ernteprodukten. Die Methodenausbildung in der Analytik vertieft sich semesterweise und mündet in fortgeschrittene Instrumental- und Kopplungsverfahren.
**Wahlpflichtmodule** im 7. und 8. Semester ermöglichen eine Schwerpunktsetzung in Bereichen wie Qualität tierischer Produkte, Futtermittelkunde, Pflanzenzüchtung, Humanernährung in Gesundheit und Krankheit, sensorische Lebensmittelanalytik, Qualitätsmanagement, Getränketechnologie, angewandte Lebensmittelwissenschaften, Lebensmittelbiotechnologie, Futtermittelkonservierung oder chemische Belastung von Ökosystemen.
Das letzte Semester ist der **Staatsexamensarbeit** gewidmet, in der die Studierenden unter wissenschaftlicher Betreuung selbstständig eine Forschungsfrage aus dem Bereich der Lebensmittelchemie bearbeiten.
Der Studiengang ist in der Landwirtschaftlichen Fakultät angesiedelt, die ein besonders interdisziplinäres Umfeld schafft. Die Studierenden profitieren von der thematischen Breite der Fakultät, die Agrarwissenschaften, Ernährungswissenschaft und Ingenieurwissenschaften umfasst, mit Forschungsgruppen und Lehrexpertise entlang der gesamten Lebensmittelproduktions- und Lebensmittelsicherheitskette. Praktische Laborarbeit ist ein durchgängiges Element des Studiums; ein verpflichtendes Praktikum ergänzt das akademische Curriculum.