Arzt/Ärztin in Deutschland und Österreich
Ärztinnen und Ärzte stellen Diagnosen, behandeln und begleiten Patienten im Krankenhaus oder in der Praxis. Der Weg führt über rund sechs Jahre Medizinstudium und die Zulassung zur Berufsausübung zu mehreren Jahren Facharztweiterbildung; Zulassung und Gehalt hängen vom Land ab.
Über den Beruf
Ärztinnen und Ärzte untersuchen Patienten, stellen Diagnosen, wählen Behandlungen und führen sie durch. Sie arbeiten in Krankenhäusern und Kliniken, in Praxen sowie in Forschung und Pharmaindustrie.
Fakten
Was man tut
Ärztinnen und Ärzte arbeiten im Krankenhaus, in einer Praxis oder in einer Ambulanz. Sie fragen Patienten nach Beschwerden und Vorgeschichte, untersuchen sie oder veranlassen Untersuchungen, stellen die Diagnose und wählen die Behandlung: Sie verordnen Medikamente und Therapien und führen Behandlungen und kleinere Eingriffe durch. In Notfällen leisten sie Soforthilfe, im Alltag nehmen Vorsorge und Gespräche mit Patienten viel Raum ein.
Neben der Behandlung wirken Ärztinnen und Ärzte an klinischen Studien mit, arbeiten in der Pharmabranche — etwa in der Arzneimittelprüfung und -sicherheit — und lehren an medizinischen Hochschulen.
Untersuchung und Diagnose
- ✓die Vorgeschichte und die Beschwerden erfragen (Anamnese)
- ✓untersuchen: Puls, Blutdruck, Temperatur, Herz und Lunge abhören
- ✓Untersuchungen veranlassen — Blut, EKG, Ultraschall, Röntgen, CT, Endoskopie
- ✓Ergebnisse auswerten, Diagnose stellen, Verlauf einschätzen
Behandlung und Beratung
- ✓Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten erklären
- ✓Medikamente, Physiotherapie oder Bestrahlung verordnen
- ✓behandeln: Injektionen, Infusionen, Verbände, Nähte, Schienen
- ✓Visiten durchführen und Patienten auf Station betreuen
- ✓bei Bedarf an Fachärzte überweisen
Notfallversorgung
- ✓lebensbedrohliche Zustände erkennen und Soforthilfe leisten
- ✓Bereitschaftsdienste übernehmen, auch nachts und am Wochenende
Vorsorge
- ✓impfen und Vorsorgeuntersuchungen durchführen
- ✓über gesunde Lebensweise und Gesundheitsrisiken beraten
Dokumentation und Organisation
- ✓Befunde dokumentieren, Arztbriefe und Gutachten schreiben
- ✓Daten für die Abrechnung vorbereiten
Forschung, Lehre, Pharma
- ✓an klinischen Studien mitwirken und Forschungsberichte schreiben
- ✓Vorlesungen und Seminare an einer Uniklinik halten
- ✓Arzneimittelstudien in einem Pharmaunternehmen planen und begleiten
Untersuchung und Diagnose
Am Anfang steht das Gespräch: Was fehlt dem Menschen, welche Erkrankungen hatte er? Dann folgt die Untersuchung — Blutdruck und Puls, Abhören von Herz und Lunge, Abtasten, Ultraschall. Bei Bedarf werden Blutuntersuchungen, ein EKG, Röntgen oder eine Computertomografie veranlasst, um mögliche Erkrankungen einzugrenzen und eine Diagnose zu stellen. Junge Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus tun das gemeinsam mit erfahrenen Kollegen wie Ober- oder Chefärzten.
Behandlung, Beratung, Vorsorge
Die Ärztin erklärt die Behandlungsmöglichkeiten und überweist bei Bedarf an Fachkollegen. Sie verordnet Medikamente, Physiotherapie oder Bestrahlung, gibt Injektionen, näht Wunden, legt Verbände an, behandelt Erkältungen oder Hauterkrankungen. Im Krankenhaus betreut sie die Patienten einer Station und macht die Morgenvisite. Bei schwer kranken Menschen stehen Schmerzlinderung und Lebensqualität im Vordergrund; Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung sind einfühlsam zu vermitteln. Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen und Beratung zu einer gesunden Lebensweise gehören ebenfalls dazu.
Dienste und Verwaltung
In Kliniken wird im Schichtdienst gearbeitet, mit Nachtdiensten und Diensten an Wochenenden und Feiertagen. In der Notfallversorgung muss schnell und sicher gehandelt werden. Viel Zeit kosten Gutachten, Arztbriefe und die Dokumentation der Leistungen.
Forschung und Lehre
Ärztinnen und Ärzte arbeiten auch in der Forschung, etwa an Universitätskliniken: Sie führen Studien durch, schreiben Forschungsberichte, halten Vorlesungen und nehmen Prüfungen ab. Für eine wissenschaftliche Laufbahn ist meist eine Promotion nötig.
Pharmabranche
In Pharmaunternehmen überwachen Ärztinnen und Ärzte aus medizinischer Sicht die Erprobung neuer Arzneimittel am Menschen: Sie planen klinische Prüfungen, bereiten sie vor, führen sie durch, werten sie aus und achten auf die Arzneimittelsicherheit.
Wo man es studiert
Fachrichtungen, die zum Beruf führen, und Studiengänge dazu.
Studiengänge im Studienfeld «Humanmedizin» →Nach Ländern
Berufszulassung, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und weitere Regeln jedes Landes.
Deutschland
In Deutschland berechtigt die Approbation nach dem Staatsexamen zur ärztlichen Tätigkeit; mit einem Abschluss aus einem Nicht-EU-Staat wird sie über ein Anerkennungsverfahren erteilt.
- Berufszulassung
- Approbation (§ 3 BÄO)
- Weiterbildung
- 5–6 Jahre bezahlte Tätigkeit in der Klinik
Geprüft: StudyInFocus, Oktober 2026
Österreich
In Österreich darf ärztlich tätig sein, wer in die Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer eingetragen ist.
- Ein Abschluss aus einem Nicht-EU-Staat muss als Doktorat der gesamten Heilkunde nostrifiziert werden.
- Deutschkenntnisse sind nachzuweisen.
- Die Facharztausbildung dauert mindestens 72 Monate inklusive 9 Monaten Basisausbildung, Allgemeinmedizin mindestens 60 Monate.
- Berufszulassung
- Eintragung in die Ärzteliste (§ 4 ÄrzteG 1998)
- Facharztausbildung
- mindestens 72 Monate (ÄAO 2015)
Geprüft: StudyInFocus, Oktober 2026
Arbeitsmarkt
Arzt/Ärztin in Deutschland — Zahlen mit Quellen.
Wo man arbeiten kann: Beispielstellen
Was Arbeitgeber bieten und erwarten — aus echten Anzeigen.
- ·Sie sind Arzt und haben idealerweise bereits Berufserfahrung in der Arbeitsmedizin
- ·Idealerweise besitzen Sie erste Erfahrungen im Management von Gesundheitsdienstleistungen
- ·Sie arbeiten gerne im Team und besitzen eine hohe Kommunikationsfähigkeit
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Mehr zum Beruf
Wie internationale Studierende Ärztin oder Arzt werden
Der sicherste Weg ist ein Medizinstudium in Deutschland: Das Staatsexamen berechtigt zur Approbation. Mit einem ausländischen Arztabschluss braucht man eine Anerkennung und eine Fachsprachprüfung Medizin (C1).
Passt der Beruf zu mir?
Ein Berufsorientierungstest zeigt das Interesse an Medizin, sagt aber nicht, ob man ein langes Studium, Nachtdienste und Verantwortung trägt. Die Karriereberatung vergleicht Fähigkeiten und Motivation mit der realen ärztlichen Arbeit und zeigt Alternativen — von Pharmazie bis Medizintechnik.